Antizähler Ausbau

Zack, da ist die Woche wieder rum gewesen. Wir waren im CERN, um den Antizähler auszubauen. Nächste Woche wird er dann wieder in das neue Gehäuse mit dem Permanentmagneten eingebaut.

Dass wir eine gesamte Woche im CERN waren lag zum einen natürlich daran, dass man immer einen knappen Tag für die Reise braucht und zum anderen, dass es viele kleine Schritte sind, die man machen muss. Hier ein paar Klemmen lösen, da ein paar Schrauben drehen, dort ein paar Teile ausbauen… Und am Ende mussten wir noch testen, ob Lichtlecks im Antizähler waren.

Der Antizähler ist ein Szintillator, das heißt, wenn ihn ein Teilchen passiert, leuchtet er (mit sehr geringer Intensität) auf. Das wird dann von lichtempfindlichen Teilen (den Photomultipliern) wahrgenommen und in elektrische Signale umgewandelt.
Damit man aber diese schwachen Lichtblitze sehen kann, darf kein störendes Umgebungslicht in den Szintillator eindringen. Er muss also Lichtdicht sein. Und genau darauf haben wir mit einer Taschenlampe, einem Laserpointer, einem Oszilloskop, einer Hochspannungsquelle und ein paar Kabeln getestet. Wenn eine undichte Stelle gefunden wurde, wurde mit schwarzem Spezial-Silikon ein Häufchen drauf gesetzt und erneut geprüft, ob mit der Taschenlampe / dem Laser ein Effekt auf dem Oszilloskop sichtbar wird.

Am Ende hat alles geklappt und wir mussten auch nicht bis in die späten Abend-/Nachtstunden arbeiten. Also eine erfolgreiche Woche!

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Doch nicht so richtig Uff…

Ich hatte ganz vergessen, vom Ergebnis des Meetings zu berichten: Es war am Ende dann doch ein recht freundliches und produktives Meeting. Die Gespräche im Vorfeld hatten mich da schon anderes vermuten lassen.

Jedenfalls kam für mich raus, dass noch eine Information für den Antizähler fehlt, mit der man die Energie berechnen kann, die im Antizähler abgelegt wurde. Das ist bisher nur so hoppla-di-hopp implementiert worden, das sollte natürlich mal ordentlich gemacht werden. Da werde ich dann also demnächst mal die Informationen zusammensuchen, die man da so braucht.

Derweil sitze ich wieder hier im CERN, um den Antizähler auszubauen. Aber dazu in einem eigenen Beitrag mehr…

Uff!²

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Tja, da bin ich nun also hier am CERN. Reise wie immer, mit Mietwagen von Europcar. Immerhin sind die immer recht neu und etwas komfortabler als mein Corsa 🙂

Jedenfalls: gerade hier im Büro im CERN mit Hilfe von diesem Internet mal geguckt, wann ich morgen meinen Vortrag halten soll und ob das überhaupt schon bekannt ist. Zweiteres anscheinend noch nicht, also schnell noch per Mail angekündigt. Ich bin ja mal gespannt, was das morgen gibt. Das wirkt alles etwas … hm, chaotisch?

Uff!

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André kommt ins Institut. Betreuer fragt André, ob er morgen ins CERN fahren kann. André sagt ja. Uff!

Jedenfalls bin ich also morgen mal wieder runter. Auftrag: Am Analysemeeting den Antizähler vertreten. Inklusive einer kleinen Präsentation über die aktuellen Ergebnisse. Bin ich ja mal gespannt – man hat mich schon vorgewarnt, dass man da gerne und ausführlichsts auseinander genommen wird.

Der Tag heute war also damit geprägt, die Reise zu beantragen, Hotel zu buchen, alte Reise abzurechnen (was wegen Serverproblemen nicht geklappt hat) und natürlich die Präsentation erstellen und mit meinem Betreuer absprechen.

Antizähler Entkabelung im CERN – Tag 3

Beim Essen haben wir uns gestern Abend überlegt, dass wir uns eine Deadline setzen: ist die Abdeckung nicht bis spätestens Mittags runter, fahren wir wieder nach Aachen. Weil: einen Tag ranhängen wollen wir nicht, insbesondere weil das dann mit der Rückfahrt stressig wird (mein Betreuer und ich haben am Donnerstag abend Termine) und wir kein Hotelzimmer haben. Wobei zweiteres zu lösen wäre.

Jedenfalls: wir sitzen jetzt also hier im Reinraum, gucken den anderen bei der Arbeit zu und warten darauf, dass sie fertig werden (oder eben nicht). Zwischendurch fallen uns Kleinigkeiten ein, was man hier und da noch machen könnte, aber richtig viel tun können wir nicht.

Ich bin ja mal gespannt, wann es heute wieder in Richtung Heimat geht.

Antizähler Entkabelung im CERN – Tag 2

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Ein produktiver Tag. Wir haben den kurzfristigen Auftrag erfüllt und ein Haltegerüst für den TRD fertig zusammengebaut.
Mit einer spartanischen Anleitung, die nur aus dem fertigen Bild bestand, sowie einer fehlenden Tüte Schrauben (zum Glück hatten wir ein paar Reserve-Schrauben dabei) ist das schon gar nicht so schlecht, finde ich. Hat zwar fast den ganzen Tag gedauert, aber das ist halb so schlimm, weil es schon verdammt viele Teile waren.

Während wir uns mit dem Zusammenbau die Zeit vertrieben, haben unsere Elektroniker die Kabel von TRD und Antizähler von ihren Kleberesten befreit und abgesteckt. Jedenfalls die meisten — ein paar Kabel sind immer noch hinter einer Abdeckung unerreichbar versteckt. Und das ist auch der Grund, warum wir gestern mit der eigentlichen
Aufgabe, die Stecker zu testen, nicht weiter gekommen sind.

Dafür hab ich jetzt ein paar Minuten im kleinen Arbeitsraum vor dem Reinraum und gleich fahren wir noch was leckeres Essen. Muss ja auch mal sein 🙂

Antizähler Entkabelung im CERN – Tag 1

Das Hotel hat kein freies WLAN, daher keine Ahnung, wann ich es schaffe, diese Beiträge hier hochzuladen…

Also mal wieder im CERN. Diesmal nur für kurz: wir müssen „nur“ den Antizähler entkabeln und die Stecker anschließend auf ihre Funktionalität hin prüfen. Außerdem noch eine kleine Zusatzaufgabe:
ein Gestell aufbauen, in das hinterher der TRD (Transition Radiation Detektor – ein Teil, der maßgeblich bei der Unterscheidung zwischen Protonen und Positronen hilft) kommt.

Heute war im Wesentlichen die Fahrt nach Genf und Ankunft im Hotel. Ganz schön gutes Zimmer hier (siehe Foto), leider scheint es aber kein freies WLAN zu geben. Ein kleiner Blick in den Reinraum, in dem AMS momentan steht, hat uns gezeigt, dass das mit den Kabeln doch nicht so einfach klappen wird morgen.

Der Antizähler hat zwei Arten von Kabeln: Hochspannungskabel, die die Photomultiplier mit Strom versorgen, sowie Signalkabel. Die Signalkabel sind problemlos zu erreichen, bei den HV-Kabeln wird es hingegen schon schwieriger bis unmöglich.
Denn: die stecken hinter einer Abschirmung, die erst in den nächsten Tagen runter kommt. Also nichts mit morgen Abstecken und schnell messen.

Mit der Erkenntnis, eventuell doch nicht so viel schaffen zu können wie gedacht, sind wir heute früh ins Hotel. Das gibt mir Gelegenheit, eine Serie zu gucken und dabei ein leckeres günstiges Bier genießen zu können.

Von hü nach hott

Uiuiui, letzte Woche war ganz schön viel zu tun. Anfangs war ich im CERN, konkrete Berichte hab ich auch geschrieben, aber es noch nicht geschafft, die hochzuladen (sind auf dem anderen Notebook).

Donnerstag war ich dann später im Institut (weil spät zurück gekommen) und früher wieder weg (weil Arzttermin). Dazwischen habe ich Reisekostenantrag gestellt und es endlich geschafft, einen Fehler auf meine Ineffizienz zu bestimmen. Dazu später nochmal ein eingener Eintrag.

Freitag war ich nur kurz zum DiDoSe (Diplomanden-Doktoranden-Seminar) da, wo ich einen OKen Vortrag zu den Ergebnissen der letzten Zeit gehalten habe. Ich hätte allerdings auf englisch halten sollen, nur hat mir das vorher keiner gesagt und so waren alle Folien auf deutsch und ich hatte wenig Lust, dann da immer umdenken zu müssen. Davor war ich zu Hause, den Vortrag vorbereiten und danach direkt auf den Weg nach Mainz, Freunde besuchen.

Und jetzt so?
Gerade eine Kleinigkeit in der Bestimmung der Ineffizienz korrigiert, was am Freitag nach meinem Vortrag als Vorschlag kam.
Dann werde ich gleich mal Rahmenbedingungen für die kurzfristige Reise nach Genf abstimmen – morgen bis übermorgen geht es wieder runter.
Und zu guter letzt werde ich gleich wahrscheinlich mal gucken, ob ich ein paar Stichpunkte für die Arbeit selber aufschreibe. Z.B. was ich da so alles reinnehme, wie ich das strukturiere und was mir sonst so einfällt.

Ein Sammelsurium an Informationen

Momentan ist hier verdammt viel los. AMS wird auf den Umbau des Magneten vorbereitet. Man will sich auf die verlängerte Betriebsdauer der ISS einstellen. Und ich so?

Analyse des Testbeams
Ich häng immer noch dran, ich weiß. Momentan versuche ich, eine Effizienz inklusive sinnvollen Fehler zu bestimmen. Das ist gar nicht so einfach, weil man sich mit mehreren Statistiktheorien beschäftigen muss, die die Berechnung von Unsicherheiten bei seltenen Ereignissen beschreiben.
Zwar habe ich dankenswerterweise von einem Kollegen sehr nützliche Hinweise erhalten, doch helfen mir die nur bedingt weiter. Konkret kann ich damit nur ein Interval angeben, in dem der reale Wert zu 68,3% liegt. Interessanter wäre aber das Interval, das zu 95% den wahren Wert beinhaltet.
Und so versuche ich mir gerade, abgefahrenen Krams zusammen zu schreiben. Klappt auch im Grunde genommen, aber ein paar Bugs sind noch da.

Vorbereitungen auf die Deintegration (das Auseinanderbauen) von AMS
Die Messungen in Holland bei der ESTEC sind abgeschlossen, jetzt steht AMS wieder im Reinraum im CERN. Da soll es komplett auseinandergebaut und hinterher, mit neuem Magneten in der Mitte, zusammengebaut werden. Das bedeutet aber auch, dass haufenweise Krams vorbereitet werden muss: Planungen, in welcher Reihenfolge und mit welchem Zeitaufwand vorgegangen werden soll müssen gemacht werden; Berichte, die die Arbeitsschritte protokollieren, müssen geschrieben werden; Werkzeug muss zusammengesucht und teilweise neu gebaut werden … ganz schön viel.

Mal wieder: auf ins CERN!
Für mich geht es nächste Woche von Montag bis Mittwoch ins CERN, um dort die Kabel des Antizählers abzuziehen. Das an sich würde nicht unbedingt unsere Anwesenheit erfordern, das können auch andere. Auch wenn es unter erhötem Schwierigkeitsgrad stattfindet, weil die Stecker verklebt wurden, damit sie sich auch ja nicht mehr lösen. Aber wir wollen bei der Gelegenheit direkt testen, ob die ziemlich empfindlichen Stecker das Abstecken überlebt haben. Und dafür habe ich heute die benötigten Messinstrumente zusammengesucht und einmal in Betrieb genommen, um deren Funktionsfähigkeit zu verifizieren. Außerdem sollen wir noch ein Gestell zusammenbauen. Die Anleitung dazu besteht übrigens aus einem Bild, wie es hinterher aussehen soll. Ist also etwas schwieriger als bei IKEA, aber das wird schon.

Wenn jetzt noch ein Hotel Zimmer für uns hat, dann wäre das echt knorke.

Nach-Urlaubs-Problemchen

Zunächst was schönes: Mein Urlaub war super! Oslo, Göteborg, Kopenhagen – alles schöne Städte, die es sich lohnt, mal anzugucken. Und dann noch ein paar Tage Berlin bei der Blogger- und Web2.0-Konferenz re:publica. Dufte!

Jetzt bin ich seit Montag wieder im Büro und werkel weiter an Analysen und potentiellem Inhalt für meine Diplomarbeit. So ist meine Analyse zum Testbeam quasi fertig, ich habe eine Ineffizienz von kleiner als 4·10-5 heraus, was im erwarteten Bereich liegt. (Zur Erinnerung: auf etwa 2·10-5 verpasste Ereignisse will man kommen)

Als nächstes folgen zwei weitere Auswertungschritte:
1) Die Rohdaten, die von AMS kommen, werden bearbeitet, um Unnötiges entfernt und so Krams wie Spurrekonstruktion wird gemacht. Beim ACC ist ein entscheidender Teil das Spektrum der Signale der Photomultiplier. Was damit aber genau passiert bei diesem Bearbeitungschritt ist nicht so ganz klar, also will ich mal ein paar Spektren vergleichen. Meine Vermutung ist, dass sie einfach nur um das Grundrauschen (Pedestal) korrigiert werden. Aber Kontrolle ist besser, ne?

2) Während meines Urlaubs war AMS bei der ESTEC zum Thermo-Vakuum-Test. Dort wurden verschiedene Temperaturen eingestellt und dann Daten aufgenommen. Interessant ist jetzt, wie sich die oben erwähnten Spektren bei verschiedenen Temperaturen verändern. Im Kleinen habe ich diese Messungen hier an der RWTH bereits durchgeführt. Mal gucken, ob sie auch im Großen so ausfallen.

Doch wie komme ich zu der Überschrift?
Ach ja, für 1) brauche ich einen Rechner, auf dem ein Programm zum Auslesen der Spektren vor Bearbeitung liegt. Dummerweise ist der Rechner gerade irgendwo zwischen holländischer Küste und CERN.
Für 2) benötige ich einen Server hier am Institut, auf dem ich immer arbeite und meine ganzen Skripte laufen lasse. Dummerweise ist der Rechner gerade irgendwo zwischen BIOS und Login hängengeblieben.

Naja, so hab ich auch endlich mal wieder Zeit, etwas für posterous zu schreiben.